Sonntag, 14.02.2016
Liebe*r Leser*in,seit meinem letzten Eintrag hat sich einiges getan und ich weiß nicht, ob ich alles auf einmal aufschreiben werde oder ob ich zwei Teile daraus mache.
Zunächst einmal möchte ich meinen Zimmer-"Genossen" vorstellen:
Sein Name ist Yorick und er studiert, wie ich, Russisch, aber auch Kunstgeschichte. Hier ist er...
Ein besseres Foto habe ich von ihm leider noch nicht geschossen. Aber ich finde es trifft ihn sehr gut!
Mit Yorick habe ich die letzten Tage verbracht und wir vertragen und verstehen uns bisher sehr gut. Abgesehen von dem Fakt, dass ich manchmal schnarche, wenn ich was getrunken habe. Und seine Ankunft musste natürlich erstmal gefeiert werden. Je mehr ich trinke, um so lauter schnarche ich. Das ist bisher das einzige Konfliktpotential. Aber er ist nicht der Typ mit dem man Konflikte hat. Und ich auch nicht. Deshalb genung von dem ganzen Konfliktgerede. Wir haben nämlich schon so manche Pläne geschmiedet. Zum Beispiel planen wir ein Kochbuch für Studenten, speziell in Russischen Wohnheimen zu schreiben. Und jedes Gericht in diesem Buch beinhaltet Nudeln. Oder Mayonnaise? Oder Vodka? Mindestens eine dieser Zutaten ist in jedem Gericht enthalten. Am Besten alle drei. Um dir eine kleine Kostprobe zu geben, habe ich das Resultat einer unserer Kochsessions fotografisch festgehalten. Halte dich fest lieber Leser. Es wird dich von den Socken hauen:
Das auf dem Foto leicht gelblich anmutende Gericht besteht aus: Butter, Knoblauch, Zwiebeln und einem Konservenfisch namens горбуша (Gorbuscha). Die Übersetzung ins Deutsche fällt bei den verschiedenen Fischsorten immer schwer, weil die meisten einfach mit Lachs übersetzt werden, während sie im Russischen viele verschiedene Bezeichnungen haben. Bei горбуша handelt es sich aber um den Buckellachs. Aber das deutsche Lachsdilemma ist wieder ein anderes Thema (Alaskaseelachsfilet ist gar kein Lachs?!). Das Ganze schmort man dann in einer Pfanne und gibt die oben erwähnten obligatorischen Zutaten hinzu, wobei man den Vodka dabei seperat genießen kann, aber nicht muss. Sehr gehaltvoll, schmackhaft und sättigend! Weitere Rezepte folgen.
Am Freitag waren wir im Museum für Kosmonautik. Und mit uns waren viele Schulklassen vor Ort. Und ich muss sagen, ich habe noch nie ein Museum gesehen, dass Kinder so sehr anspricht wie dieses! Aber nicht nur Kinder. Der Kosmos ist glaube ich ein Thema, dass alle Altersruppen fasziniert. Allein schon das Gebäude lässt einen staunen. Im Inneren eines Hügels befindet sich das Museum und oben drauf ein gut 100 m hohes Denkmal mit einer Rakete an der Spitze:
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| Teil der Außenfassade des Denkmals |
Überwältigend, oder? Wie so oft in Moskau. Noch nie zuvor war ich in einer Stadt die so viele Superlative benötigt um sie treffend zu beschreiben. Просто огромный!
Und das allein von außen! Von innen war es unerwartet umfangreich, teilweise ins Englische übersetzt und wirklich schön illustriert und gestaltet. Die meisten Modelle der Satelliten, Triebwerke, Cockpits, etc. waren natürlich Nachbauten oder Modelle. Aber komischerweise war es genau das, was es wirklicher erscheinen ließ. Hier ein paar Impressionen, die ich festgehalten habe:
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| Cooler sowjetischer Raumanzug |
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| Astronautennahrung (ähnlich dem, was Yorick und ich so zu uns nehmen) |
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| Eine Mondsonde |
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| Weltraumtoilette - man beachte den Schlauch, um Weltraumschweinereien zu vermeiden |
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| Ein Gewächshaus für Outer-Space - im Leuchtenden Teil befanden sich Kunstblumen |
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| Modell eines menschengroßen Triebwerks |
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| links: Стрелка, rechts: Белка, Mitte: Ihr gemütliches Raumschiff - Sputnik 5 |
Strelka und Belka waren die ersten Lebewesen, die nach einem Flug um die Erde unbeschadet wieder gelandet sind. Anders als Laika, die ihr Leben im Namen der Wissenschaft und des Fortschritts lassen musste.
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| Raketen ;) |
Später am Abend sind wir dann das erste mal am Abend ausgegangen. Zusammen mit ein paar Mitstudentinnen aus Italien sind wir zunächst zu Majakovskaja gefahren um dort eine Bar zu suchen, die sich im 12. Stock eines Hotels befand. Nun war dieses Hotel allerdings ein ziemlich Nobles, mit viel Gold und Liftboy. Und als wir die Bar betraten, fühlten wir uns doch eher unwohl und etwas underdressed, da alles und jeder schon sehr Schicki-Micki war. an käme sich schon blöd vor in diesem Laden ein einfaches Bier zu bestellen. Viel zu gewöhnlich! Aus diesem Grund haben wir also einmal "Im Laufschritt! Marsch!" die Bar durchlaufen und sind auf dem Balkon gelandet, wo wir alle die Gelegenheit genutzt und alle noch schnell ein Foto von der wunderschönen Aussicht geschossen haben und sind wieder hinuntergefahren. Den Anblick teile ich gerne mit dir:
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Direkt neben dem Universitätsgelände an der Miusskaja befindet sich ein sehr schöner kleiner Park, den ich dir auch nicht vorenthalten möchte. Dort war ich bereits letzte Woche und habe, nach einem Spaziergang eine kurze Kvaspause eingelegt. Kvas ist eine Limonade, die aus Brot gemacht wird und ein wenig an Malzbier erinnert. Es enthält zu einem minimalen Anteil Alkohol, der beim gähren entsteht und schmeckt ausgezeichnet:
Auf meinem Spaziergang, die Novoslobodskaja entlang, habe ich auch eine hübsche kleine orthodoxe Kirche entdeckt, die mir ein Foto wert war:
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| храм Тихвинской иконы Божией Матери в Сущеве |
Zum Schluss noch ein typisch Russisches Souvenir, dass ich einfach kaufen musste:
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| Ein Glas Vodka im praktischen Reiseformat |
In diesem Sinne, Prost, за здорове und bis bald,
Max

















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